Arbeitszufriedenheit in der Schweiz messen

Arbeitszufriedenheit Schweiz

Die einzige repräsentative Langzeitstudie zur Arbeitszufriedenheit in der Schweiz – inklusive exklusiver Erhebung des Zürcher Modells nach Bruggemann.

Die Studie im Überblick

Die Arbeitssituation nimmt aufgrund ihrer zeitlichen Ausdehnung einen hohen Stellenwert im Leben ein. Das Marktforschungsinstitut TransferPlus aus Luzern befragt seit Jahrzehnten eine für die Schweiz repräsentative Stichprobe, um die Frage der Arbeitszufriedenheit unter den Schweizer Berufstätigen zu beantworten.

Was diese Studie einzigartig macht: Als einziges Institut in der Schweiz erhebt TransferPlus nicht nur die allgemeine Arbeitszufriedenheit, sondern auch jährlich die differenzierten Zufriedenheitstypen nach dem Zürcher Modell (Bruggemann, 1975). Damit liefert die Studie Erkenntnisse, die weit über ein einfaches «zufrieden/unzufrieden» hinausgehen.

Warum das wichtig ist

Ein Mitarbeiter, der «zufrieden» ist, kann stabilisiert zufrieden sein (positiv) oder resignativ zufrieden (problematisch). Erst das Zürcher Modell macht diesen entscheidenden Unterschied sichtbar – und ermöglicht gezielte Massnahmen.

Das Zürcher Modell der Arbeitszufriedenheit

Das Zürcher Modell wurde 1975 von Agnes Bruggemann entwickelt und unterscheidet fünf qualitativ verschiedene Formen der Arbeitszufriedenheit. Es basiert auf einem Soll-Ist-Vergleich: Die Mitarbeitenden vergleichen ihre Erwartungen (Soll) mit der tatsächlichen Arbeitssituation (Ist).

Progressive Zufriedenheit

Soll = Ist, aber das Anspruchsniveau steigt. Diese Mitarbeitenden sind zufrieden und streben nach Verbesserung. Sie sind die treibende Kraft für Innovation und Weiterentwicklung im Unternehmen.

Stabilisierte Zufriedenheit

Soll = Ist, Anspruchsniveau bleibt gleich. Diese Mitarbeitenden sind zufrieden und möchten den Status quo erhalten. Eine solide Basis für jedes Unternehmen.

Resignative Zufriedenheit

Soll > Ist, aber das Anspruchsniveau wird gesenkt. Diese Mitarbeitenden haben sich mit einer unbefriedigenden Situation arrangiert – sie geben an «zufrieden» zu sein, haben aber innerlich aufgegeben. Ein verdecktes Risiko für Unternehmen.

Konstruktive Unzufriedenheit

Soll > Ist, Anspruchsniveau bleibt hoch, neue Problemlösungsversuche. Diese Mitarbeitenden sind unzufrieden, aber engagiert – sie suchen aktiv nach Verbesserungen. Wertvolle Impulsgeber für Veränderung.

Fixierte Unzufriedenheit

Soll > Ist, Anspruchsniveau bleibt hoch, aber keine Problemlösungsversuche. Diese Mitarbeitenden sind unzufrieden und sehen keinen Ausweg – höchstes Risiko für innere Kündigung und Fluktuation.

Quelle: Bruggemann et al. (1975)

Veröffentlichte Ergebnisse – Interaktives Dashboard

Die folgenden Daten stammen aus unserer repräsentativen Erhebung. Das interaktive Dashboard ermöglicht Ihnen, die Ergebnisse nach verschiedenen Kriterien zu filtern und zu analysieren.

Quelle: TransferPlus AG, Repräsentativbefragung Arbeitszufriedenheit Schweiz

Was wir messen

Unsere Repräsentativbefragung geht weit über die Standardfrage «Wie zufrieden sind Sie?» hinaus. Wir erheben:

Allgemeine Arbeitszufriedenheit
Zufriedenheitstypen nach Bruggemann
Zufriedenheit mit der Führung
Zufriedenheit mit dem Arbeitsumfeld
Work-Life-Balance
Weiterbildungsmöglichkeiten
Entlöhnung und Zusatzleistungen
Kündigungsabsichten
Commitment und Bindung
Arbeitsplatzunsicherheit

Nutzen für Ihr Unternehmen

Die Ergebnisse der Repräsentativbefragung dienen als externer Benchmark. Wenn Sie eine eigene Mitarbeiterbefragung durchführen, können Sie Ihre internen Werte mit den Schweizer Durchschnittswerten vergleichen:

1

Einordnung der eigenen Ergebnisse

Ist die Zufriedenheit in Ihrem Unternehmen über oder unter dem Schweizer Durchschnitt? Das Benchmarking gibt Orientierung.

2

Erkennung verdeckter Risiken

Durch das Zürcher Modell erkennen Sie, ob Ihre «zufriedenen» Mitarbeitenden wirklich zufrieden oder nur resigniert sind.

3

Gezielte Massnahmen ableiten

Je nach Zufriedenheitstyp braucht es unterschiedliche Interventionen – progressive Zufriedene brauchen Herausforderungen, resignativ Zufriedene brauchen Perspektiven.

Warum Arbeitszufriedenheit messen?

Die systematische Messung der Arbeitszufriedenheit ist weit mehr als ein «Nice-to-have» – sie ist ein strategisches Führungsinstrument mit messbaren Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg. Unternehmen, die regelmässig messen und handeln, profitieren in mehreren Bereichen gleichzeitig.

Produktivität und Leistung

Zufriedene Mitarbeitende leisten nachweislich mehr. Internationale Studien beziffern den Produktivitätsunterschied zwischen hoch engagierten und desengagierten Mitarbeitenden auf 18 bis 21 Prozent. In der Schweiz, wo die Arbeitskosten zu den höchsten weltweit gehören, hat jeder Prozentpunkt Produktivitätsgewinn einen erheblichen finanziellen Wert. Eine Mitarbeiterbefragung identifiziert gezielt jene Faktoren, die das Engagement bremsen – und ermöglicht dadurch gezielte Interventionen.

Fluktuation und Rekrutierungskosten

Unzufriedene Mitarbeitende kündigen häufiger. Die Kosten einer ungewollten Kündigung betragen gemäss Schätzungen 50 bis 200 Prozent eines Jahresgehalts – inklusive Rekrutierung, Einarbeitung und Produktivitätsverlust. Wer die Zufriedenheit regelmässig misst, erkennt Kündigungsabsichten frühzeitig und kann gegensteuern, bevor es zu spät ist. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels, der in vielen Schweizer Branchen spürbar ist, wird die Mitarbeiterbindung zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor.

Absenzen und Gesundheit

Die Arbeitszufriedenheit korreliert direkt mit der Gesundheit der Mitarbeitenden. Chronische Unzufriedenheit führt zu Stress, Erschöpfung und im schlimmsten Fall zu Burnout. In der Schweiz verursachen psychische Erkrankungen jährlich Kosten in Milliardenhöhe. Ein Absenztag kostet Unternehmen durchschnittlich CHF 600 bis CHF 1 000. Die Messung der Zufriedenheit ist damit auch ein Instrument der betrieblichen Gesundheitsförderung – sie macht Belastungsfaktoren sichtbar, bevor sie sich in Krankheitstagen niederschlagen.

Arbeitgeberattraktivität

Unternehmen, die aktiv in die Zufriedenheit ihrer Mitarbeitenden investieren, stärken ihre Arbeitgebermarke. Zufriedene Mitarbeitende sind die besten Botschafter – auf Bewertungsplattformen, in sozialen Netzwerken und im persönlichen Umfeld. Wer regelmässig misst und transparent mit den Ergebnissen umgeht, signalisiert: Wir nehmen unsere Mitarbeitenden ernst.

Das Zürcher Modell in der Praxis

Das Zürcher Modell nach Bruggemann ist nicht nur ein theoretisches Konzept – es liefert Unternehmen konkrete Handlungsansätze für den Umgang mit den verschiedenen Zufriedenheitstypen. Jeder Typ erfordert eine andere Interventionsstrategie.

Progressiv Zufriedene fordern und fördern

Diese Mitarbeitenden sind zufrieden, streben aber aktiv nach mehr. Sie brauchen neue Herausforderungen, Entwicklungsmöglichkeiten und Gestaltungsspielraum. Werden diese Bedürfnisse nicht erfüllt, riskiert das Unternehmen, seine motiviertesten Talente an die Konkurrenz zu verlieren. Praxisbeispiel: Ein IT-Unternehmen erkannte durch die Erhebung des Zürcher Modells, dass 30 Prozent seiner Entwickler progressiv zufrieden waren – und führte ein internes Innovationsprogramm ein, das diesen Mitarbeitenden die Möglichkeit gab, eigene Projekte voranzutreiben.

Resignativ Zufriedene aktivieren

Dieser Typ ist das verdeckte Risiko: In klassischen Befragungen geben diese Personen an, «zufrieden» zu sein – aber sie haben innerlich aufgegeben und ihre Ansprüche heruntergeschraubt. Sie fallen nicht auf, leisten aber deutlich unter ihrem Potenzial. Praxisbeispiel: Eine Verwaltungseinheit stellte fest, dass in einer bestimmten Abteilung 40 Prozent der Mitarbeitenden resignativ zufrieden waren. Gezielte Gespräche ergaben, dass fehlende Aufstiegsmöglichkeiten die Ursache waren. Die Einführung von Fachkarrieren ohne Führungsverantwortung konnte den Anteil in zwei Jahren auf 15 Prozent senken.

Konstruktiv Unzufriedene einbinden

Diese Mitarbeitenden sind unzufrieden, aber engagiert – sie wollen Veränderung und suchen aktiv nach Lösungen. Für Unternehmen sind sie wertvolle Impulsgeber, die man einbinden sollte, statt sie als «Nörgler» abzutun. Werden ihre Vorschläge ignoriert, droht die Abwanderung in die fixierte Unzufriedenheit – oder die Kündigung. Praxisbeispiel: Ein Dienstleistungsunternehmen integrierte konstruktiv Unzufriedene gezielt in Arbeitsgruppen zur Prozessoptimierung und konnte dadurch sowohl die Zufriedenheit als auch die Effizienz steigern.

Fixiert Unzufriedene nicht aufgeben

Diese Mitarbeitenden sehen keinen Ausweg und haben aufgehört, nach Lösungen zu suchen. Sie sind das grösste Fluktuationsrisiko und können durch ihre negative Grundhaltung auch das Teamklima belasten. Hier sind intensive Einzelgespräche, allenfalls Coaching oder eine Veränderung der Arbeitssituation nötig. Nicht immer gelingt die Reaktivierung – aber der Versuch lohnt sich, denn eine Kündigung ist teurer als eine Intervention.

Historische Entwicklung der Arbeitszufriedenheit in der Schweiz

Die Arbeitszufriedenheit in der Schweiz ist seit Jahrzehnten vergleichsweise hoch – die Schweiz belegt in internationalen Vergleichen regelmässig Spitzenplätze. Doch hinter den stabilen Gesamtwerten verbergen sich erhebliche Verschiebungen, die sich über die Jahrzehnte vollzogen haben.

In den 1980er- und 1990er-Jahren standen materielle Faktoren wie Lohn, Arbeitsplatzsicherheit und Sozialleistungen im Vordergrund der Zufriedenheit. Die Erwartungen der Arbeitnehmenden waren primär auf wirtschaftliche Absicherung ausgerichtet. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung und der zunehmenden Prosperität verschob sich der Fokus: Immaterielle Faktoren wie Sinnhaftigkeit der Arbeit, Entwicklungsmöglichkeiten und eine gute Führungskultur gewannen an Bedeutung.

Die 2000er-Jahre brachten mit der Digitalisierung und Globalisierung neue Herausforderungen: Die Arbeitsintensität nahm zu, die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwammen zunehmend. Themen wie Work-Life-Balance und psychische Gesundheit rückten erstmals in den Fokus von HR-Monitoring-Systemen. Der Schweizer HR-Barometer, der seit 2006 erhoben wird, dokumentiert diese Verschiebung eindrücklich.

Seit der COVID-19-Pandemie ab 2020 hat sich das Verständnis von Arbeitszufriedenheit erneut grundlegend gewandelt. Hybride Arbeitsmodelle, Homeoffice und flexible Arbeitszeiten sind von Ausnahmen zu Standarderwartungen geworden. Die Pandemie hat zudem die Bedeutung von Führungsqualität in Krisenzeiten verdeutlicht: Unternehmen mit einer bereits guten Führungskultur konnten die Zufriedenheit trotz erschwerter Bedingungen halten – Unternehmen mit Führungsdefiziten erlebten zum Teil massive Einbrüche. Heute, Mitte der 2020er-Jahre, stehen Sinnhaftigkeit, Autonomie und eine wertschätzende Unternehmenskultur ganz oben auf der Prioritätenliste der Schweizer Arbeitnehmenden.

Arbeitszufriedenheit in Ihrem Unternehmen messen

Nutzen Sie unsere Expertise und unsere Benchmark-Daten für eine fundierte Analyse der Zufriedenheit in Ihrem Unternehmen – inklusive Erhebung des Zürcher Modells.

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